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  1. Der Erlkönig eine gewagte Interpretation # 1
    tb93

    Der Erlkönig eine gewagte Interpretation

    Hallo liebe Leseratten und "Literaturjunkies",
    ich habe den Erlkönig in der Schule vorgestellt und als Vorbereitung habe ich mit meinen Eltern darüber geredet. Und wir sind uns einig geworden das der Erlkönig (jetzt mal grob gesagt) den Knaben sexuell missbrauchen will!

    bleibt ernst und unvoreingenommen

    Ich habe 3 Argumente:

    1: "Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
    Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
    Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
    Meine Mutter hat manch gülden Gewand."

    2: "Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
    Meine Töchter sollen dich warten schön;
    Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
    Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

    Und jetzt mein Hauptargument
    3: " Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
    Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt."
    Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
    Erlkönig hat mir ein Leids getan! –

    der will den Jungen (den ein Knabe ist ein Junge zwischen etwa 3 und 12 Jahren) mit sich nehmen und ihn missbrauchen.
    Zudem kommt der letzte Satz
    In seinen Armen das Kind war tot.
    Bitte achtet auf das >>>war<<< und nicht ist tot
    Ich gehe davon aus, dass das Kind, nicht aber der Mensch, tot ist.

    Meine Deutschlehrerin hat gesagt ich sei in Unrecht und der Junge sei an einer Krankheit gestorben und der Erlkönig sei der Tod, und kein Perverser. Und zu dem war hat sie gesagt es sei nur eine Gedichtsform von Goethe, aber ich sage euch Goethe wusste was er tat und er hat das mit Absicht getan.

    Ach ja, der Vater sagt 3 mal das das Kind nicht daran denken soll

    1. Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –
    2. Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
    In dürren Blättern säuselt der Wind. –
    und
    3. Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
    Es scheinen die alten Weiden so grau. –
    Und damit will er den Sohn nicht „abwimmeln“ er will ihn beruhigen.


    Und nun will ich eure Meinung hören.

    Gruß
    Tb93

    Erlkönig ist eine Ballade von Johann Wolfgang von Goethe, die er 1782 schrieb.


    Der Erlkönig


    Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
    Es ist der Vater mit seinem Kind;
    Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
    Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

    Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
    Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
    Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
    Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

    "Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
    Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
    Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
    Meine Mutter hat manch gülden Gewand."

    Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
    Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
    Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
    In dürren Blättern säuselt der Wind. -

    "Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
    Meine Töchter sollen dich warten schön;
    Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
    Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

    Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
    Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
    Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
    Es scheinen die alten Weiden so grau. -

    "Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
    Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt."
    Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
    Erlkönig hat mir ein Leids getan! -

    Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
    Er hält in den Armen das ächzende Kind,
    Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
    In seinen Armen das Kind war tot.
    Geändert von tb93 (14.11.2008 um 17:43 Uhr)

  2.   Alt 
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  3. Der Erlkönig eine gewagte Interpretation # 2
    keks
    Also...mal abgesehen davon, dass deine Lehrerin deine Meinung natürlich nicht teilen muss, hätte sie, finde ich zumindest, deinen äußerst kreativen Interpretationsversuch würdigen können.
    Und nun zu deiner Vermutung:
    Argument 1: "Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt" - Vergiss dabei aber bitte nicht, dass der Sprachgebrauch früher ein anderer war. Was heute eindeutig sexuelle Assoziationen wecken würde ("reizen", oder auch das gern genommene Beispiel "geil") muss damals nicht zwangsläufig auch in diesem Kontext verstanden worden sein.
    Argument 2: Meiner Meinung nach ein sehr schwaches...Natürlich will der Vater das Kind beschwichtigen und beruhigen, da ihm keine Gefahr offensichtlich ist. Nur weil der Vater tröstet/beruhigt, kannst du im Umkehrschluss nicht den Auslöser fürs Trösten bestimmen.
    Argument 3: "..das Kind war tot" - Zuerst dachte ich, ist ja klar, liegt halt an der Zeitform, in der die Ballade geschrieben ist, aber da diese im Präsens steht, ist die Verwendung des Präteritums doch ungewöhnlich. Aber angesichts der Tatsache, dass ich die anderen Argumente nicht so überzeugend finde, würde ich hier auch eher interpretieren, dass das "war" als Präteritumsform für die Unwiderbringlichkeit des Lebens steht.

    Kurz: Auch wenn ich deine Interpretation sehr originell finde und es mich freut, dass du offenbar etwas Energie hineingesteckt hast, würde ich deiner Argumentation eher nicht folgen.
    Aber lass dir bitte deine Argumentationsfreude, die du ja scheinbar hast, nicht verderben. Und außerdem: Dass deine Interpretation hier vl nicht unbedingt stimmt, heißt nicht, dass sie unnütz ist, denn natürlich ist der Schluss und die Erkenntnis, die du daraus ziehst, auch etwas wert.
    Geändert von keks (15.11.2008 um 17:49 Uhr)

  4. Der Erlkönig eine gewagte Interpretation # 3
    Gast367
    Ich finde diese Interpretation überhaupt nicht abwegig. Und ich finde, es spricht nicht gerade für Deine Lehrerin, wenn sie die Interpretation eines Gedichtes so eingleisig angeht ...

    Natürlich geht es vordergründig darum, dass das Kind ihm Fieber halluziniert, und Dinge sieht, die der Vater nicht sehen kann. Und aus Sorge um den Zustand des Kindes, und wahrscheinlich auch weil er ihm die Angst nehmen will, versucht der Vater dem Kind zu erklären, was tatsächlich da ist (der Nebelstreif, die alten Weiden). Aber man kann natürlich auch einen Kindesmissbrauch hinein interpretieren.

  5. Der Erlkönig eine gewagte Interpretation # 4
    tb93
    HA!

    da ist es mein Vater sagt schon das 220 Jahre lang ist diese "Fiebertheorie" da, und darum geht die nicht weg und zu viele verklemmte Deutschgelehrte haben sie so übernommen (ich will jetzt nicht beleidigen sorry wenn es so klingt) aber wo rauf stützt die sich??? Ja sagt mal worauf? Ich habe 3 Stellen genant wo meine sich drauf stützt!

    bei Drogen und "Wahnsinn" sieht man auch einige dinge die nicht so sind (sogar die Angst (z.B. vor Dunkelheit)löst ein dinge sehen die nicht da sind) und bei zu vielen Drogen stirbt man auch. (diese Drogen-Theorie unterstütze ich aber nicht)


    und früher hat man Kinder auch als „Lustknaben“ gehalten.

    Meine 2. Theorie
    Der Sohn wurde Sexuell vergewaltigt wurde vom Vater gerettet und durchlebt die Sache im Kopfe, wie er entführt wurde. Und ist dann als er es „fertig durchlebt hat“ ist das Kind im ihn Psychisch tot.

    Man kann es also Psychodrama nennen.

    bitte bewertet dass mal ohne diese Fieber-Theorie im Hinterkopf
    Geändert von tb93 (15.11.2008 um 08:32 Uhr)

  6. Der Erlkönig eine gewagte Interpretation # 5
    Gast40
    Beim "Heideröslein" von Goethe soll es ja auch um eine Vergewaltigung gehen. dadrüber gabs ja auch schon eine Diskussion: http://www.literaturforum.de/forums-...der-heide.html

    Meine Deutschlehrerin hat gesagt ich sei in Unrecht und der Junge sei an einer Krankheit gestorben und der Erlkönig sei der Tod, und kein Perverser...
    Das spricht doch für unsere Gesellschaft. Was nicht sein darf, ist nicht, wird tabuisiert.

  7. Der Erlkönig eine gewagte Interpretation # 6
    Alice
    Hallo tb93,

    den Gedanken mit dem Missbrauch hatte ich auch schon mal - allerdings ging ich da nicht mehr zur Schule, dort hätte ich mich nie getraut, einen solchen Gedanken zu äußern. Respekt also, schade, dass die Lehrerin dir den Mut nicht honoriert hat.
    Es bleibt aber eine wichtige Frage unberührt: warum reitet der Vater mit dem Kind durch die Nacht? Und diese Frage wird m.E. in der "Fiebertheorie" eher schlüssig als in der "Missbrauchstheorie".
    Aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten: könnte es nicht sein, der Knabe pubertiert, erlebt mit einemal beängstigende Dinge, der Vater steht völlig hilflos vor diesem Problem, am Ende ist das "Kind" tot? Weil es kein Kind mehr ist? In diesem Fall wären Vater und Sohn einfach miteinander auf dem Weg.

    Interpretation ist dann interessant, wenn verschiedene Sichtweisen auftauchen und auch zugelassen werden.

  8. Der Erlkönig eine gewagte Interpretation # 7
    tb93
    Hallo Alice,

    ich habe es auch so gemeint mit das das KIND nicht der MENSCH tot ist.
    Und das kann natürlich sein weil ein Teeny zur der zeit kein Knabe mehr ist, aber es ist von einen Knaben die rede das darf nicht vergessen werden!

    und zum warum reitet er durch Nacht und wind: Sie sind auf der Flucht wovor etwas, z.B. der Vater rettete sein Kinde aus einer Misshandlung, oder so(zum Arzt kann man auch morgens gehen). und eine so schlimme Krankheit wie die des Kindes gibt es doch nicht, das Kind redet und sieht und Hört alles und dann ist es tot

    auserdem ist auf jeden fall von sex die rede 5.Strphe (zumindestens)

    gruß
    tb93



    P.S.
    also was klar ist das das Kind sich den Erlkönig nur vorstellt und er nur vom Kinde wahrgenommen wird.
    und das der Vater samt Sohn es eilig haben, weil sie schnell weg oder wohin kommen müssen

    ää und noch was, wenn es schon in 2 Gedichten von Goethe zu "Vergewaltigungen" gekommen ist, hat Goethe es vielleicht selber erleben müssen!?!
    Geändert von tb93 (15.11.2008 um 15:56 Uhr)

  9. Der Erlkönig eine gewagte Interpretation # 8
    Alice
    Zitat Zitat von tb93 Beitrag anzeigen
    (zum Arzt kann man auch morgens gehen). und eine so schlimme Krankheit wie die des Kindes gibt es doch nicht, das Kind redet und sieht und Hört alles und dann ist es tot
    Also das weiß ich anders, schätze mal, du hast noch keine Kinder? Ich ja.

    Ansonsten find ich es super, wie du suchst und versuchst, Dinge in Beziehung zu setzen. Da kann ich nur sagen: weiter so!

  10. Der Erlkönig eine gewagte Interpretation # 9
    tb93
    doppel post

  11. Der Erlkönig eine gewagte Interpretation # 10
    tb93
    Zitat Zitat von Alice Beitrag anzeigen
    Also das weiß ich anders, schätze mal, du hast noch keine Kinder? Ich ja.
    ganz ehrlich: nein ich habe keine Kinder wenn du mal mein Alter betrachtest wist du es mir sicher glauben

    und danke für deine Unterstützung ich drucke einfach alles hier aus stecke es ihn einen Brief und geben den meiner Lehrerin.



    ich habe aber nicht gesagt das das hier jetzt zu ist, nene ich will noch mehr lesen.

    natürlich werde ich auch die antwort meiner Lehrerin euch sagen (euch allen)

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