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  1. Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen # 1
    Gast40

    Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen

    Hier gehts von Seite 673 - 807 - Die Schuldigen

  2.   Alt 
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  3. Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen # 2
    Alice
    So, liebe Goosey,
    wie ich sehe, hast du schon mal schnell dieses Kapitel mit dem vorhergehenden zusammengelegt...

    Na, nun musst du wieder bisschen auf mich warten, ich bin noch nicht ganz so weit...

    Worin sind sie nun schuldig, die Schuldiger?

    Kristin denkt über viele Dinge nach, aber sie spricht nicht viel. Und was sie da in ihrem Herzen hortet, das finde ich nicht gut – wenn es auch sehr treffend beschrieben ist. Sie vergisst absolut nichts, nichts, was Erlend ihr je an Unrecht getan hat. Das ist schon ziemlich typisch das, was man gemeinhin als „zickenhaftes Getue“ bezeichnen würde. Aber ich habe ihren Weg bis hierher verfolgt und so ist mir klar: das hat nichts mit Gezicke zu tun. Sie trägt ganz einfach sehr tiefe Verletzungen mit sich herum. Und dass ihr Mann inzwischen wichtige Geschäfte eher mit seinen großen Söhnen als mit seiner Frau bespricht, das ist eine weitere Verletzung. So wird sie auch schon mal unfair, als es um die erste Liebe des ältesten Sohnes geht...

    Was mich überrascht hat: sogar das Thema Homosexualität (oder eher Pädophilie?) im Buch zu finden. Oder was soll ich sonst denken über den blonden Flamen in „bunten und prächtigen Kleidern aus Samt und dünner Seide“, den Herrn Allart, der Naakkve nur zu gern in seinen Dienst nehmen würde...?

  4. Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen # 3
    Goosey
    Alice,
    deinen Verdacht über Naakkve bezügl. Homosexualität kommt mir ein wenig überzogen vor..
    ich denke, er, der in seiner selbstauferlegeten Verantwortung für den blinden Bruder Björngulf soviel Ernsthaftigkeit in seiner Jugend schon erfahren musste, ist einfach
    angetan von der anderen Seite des Lebens, von der- geschmückten und schönen- Leichtigkeit des Herrn Allart.....und dann hat er ja auch, was man viel später hört,
    einen (allerdings) toten Sohn gezeugt...

    Alice, wenn du denkst , dass ich irgendwie zu schnell war und wichtiges ausgelassen
    habe, dann ist es doch selbstverständlich, dass hier jeder von uns zurückgreifen und
    einflechten kann, was ihm wichtig erscheint ..
    dieses tiefsinnige Buch weckt so viele Gedanken , dass wir auch ohne Probleme
    bis 2015 die Leserunde ausdehnen könnten

    Lass dir nur Zeit ! Wir warten gerne....

  5. Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen # 4
    Alice
    Ah, kann schon sein Goosey, dass ich da zu viel im Text lese. Aber wie verstehst du es, dass dieser Mann Naakkve einen „halblangen, pflaumenblauen Seidenkittel mit silbernen Glocken an den Ärmelzipfeln“ schenkt? Einfach so für einen kleinen Dolmetscherdienst? Warum flucht Ulf und spuckt aus, als Herr Allert wieder geht? Warum sagt Erlend „...ich verkaufe meinen schönen jungen Falken nicht an den Teufel...“?

    Und was meint Kristin hiermit:

    Kristin stand mit hängenden Armen da, die Farbe kam und ging in ihrem Gesicht. Schrecken und Scham überfielen sie so, dass ihr übel wurde; ihre Beine wurden gleichsam kraftlos. Sie hatte wohl von solchen Dingen gewusst – wie von etwas unendlich Fernem – aber dass dieses Unaussprechliche sich bis an ihre eigene Türschwelle heranwagen könnte - . Es war, als drohe diese letzte Welle ihr sturmumtobtes, bis zum Sinken beladenes Boot umzuwerfen. Heilige Maria, musste sie denn auch s o l c h e Dinge für ihre Söhne befürchten - !

    Wovor hatte sie solche Angst für ihren Sohn? Von was für Dingen hatte sie gewusst? Ich revidiere meine Meinung sofort, wenn du mir das erklärst.

    p.s.: ich meinte nicht, dass Naakkve homosexuell sei. Er ist glaube ich noch viel zu unwissend, und schließlich fühlt er sich schon vorher deutlich zu einem Mädchen hingezogen.
    Aber Herr Allert...? Was führte der im Schilde, Naakve betreffend?

  6. Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen # 5
    Goosey
    Alice, ich muss zugeben, dass ich jetzt ins Schwanken gerate, bei dem, was du mir da nochmal vor Augen führst...
    Ja, das ist weiß Gott etwas seltsam, und ich habe an diese Sätze gar keine so deutliche
    Erinnerung mehr gehabt..
    weißt du was ? Es kann sein, dass ich mehr oder weniger unbewusst darüber hinweggelesen habe... so nach dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf...
    dann hast du vielleicht doch recht mit deiner Vermutung....

    Noch etwas muss ich gestehen, ich weiß ehrlich gesagt auch nicht , wer mit "Schuldigen"
    gemeint ist! Diesen Titel des vorletzten Kapitels verstehe ich nicht und kann ihn nicht deuten, denn: Wer bitte ist schuldig und wer ist immer ganz unschuldig??

    Vielleicht haben Agatha oder/und Bella oder auch du selbst eine Erklärung ???

  7. Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen # 6
    Gast40
    Hallo, ihr Lieben,

    ich bin ganz ehrlich, ich bin schon so weit von dem Buch entfernt.

    Der Gedanke an Homosexualität ist mir auch gekommen und ich denke, der kam Erlend auch.

  8. Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen # 7
    Alice
    Oh verdammt, das ist wirklich schwer, noch einmal in den Stoff einzutauchen – aber ich hab es so mit Goosey verabredet – ich zieh das jetzt als Letzte durch, und wenn die Leserunde bis zweitausendfünfzehn dauert!

    Ja, das Kapitel heißt bei mir tatsächlich „Die Schuldiger“, nicht „Die Schuldigen“, und nun wird langsam klar, was damit gemeint ist.
    Die Eheleute Kristin und Erlend sind schuldig, sie haben sich „getrennt“, Erlend hat sich nach Haugen zurückgezogen. Kristins Dialog mit Ulf sagt eine Menge darüber aus, dass dies kein vorübergehender Zustand sein wird.

    „Ulf, Verwandter,“ bat sie voller Angst, „früher warst du es, der früh und spät zu mir sagte, daß ich mich um meiner Söhne willen hart machen und mit Erlend reden müsse.“
    „Ja, ich bin klüger geworden mit den Jahren, Kristin, du aber nicht“, antwortete er wie vorher.
    „Du tröstest mich gut, du“, sagte sie bitter.


    „Ja, ich habe lernen müssen, vorsichtig mit dem Trost umzugehen, Kristin – wir haben in den letzten Jahren viel von dieser Ware verbraucht – jetzt heißt es damit sparen, denn wir wissen nicht, wie lange sie noch reichen muß –“


    Wir haben viel von dieser Ware – Trost – verbraucht und müssen jetzt sparen damit... Das rührt mich sehr eigenartig an.
    Dennoch hat Kristin Trost. Ihre Söhne werden immer erwachsener, sie nehmen ihre Geschicke selbst in die Hand. Die Großen besuchen den Vater. Und sie werden auch fertig mit den Jüngeren, die Jungen erziehen sich gegenseitig (besonders Ivar und Skule haben hohen Erziehungsbedarf, wie es scheint...).

    Sira Eirik, der Priester, ist noch immer Kristins Beichtvater. Ein alter Mann inzwischen – und wie wir erfahren ist auch er keineswegs frei von Verfehlungen, oh nein. Aber er weiß noch immer klare Worte zu sprechen und das gefällt mir so sehr.
    Er hat guten Durchblick, wer wo seine schwachen Stellen hat – verurteilt aber niemanden. Weder Frau Aashild, noch deren Mann Björn – er sagt auch deutlich was er über den Schwachsinn von Gespenstern und umgehenden Toten denkt. Auch Erlend verurteilt er nicht.
    Aber mit Kristin geht er hart ins Gericht, immer wieder.
    Auch sie wird nicht verurteilt – er packt sie genau dort, wo sie zu packen ist: an ihrem Intellekt.

    „Dünkt es dich wirklich, daß du Lavrans aus dem Jenseits rufen mußt, um seinen Rat in dieser Sache zu erhalten?“

    Und das heißt ja nichts anderes als: „Du weißt selbst genau, was du tun musst. Lass deinen Stolz fahren, wenn du Erlend zurück willst, und bitte ihn um Verzeihung. Oder lass es eben sein – dann kommt er nicht zurück und du lebst weiter ohne ihn. Mehr kann ich dir dazu nicht sagen.“
    So bitter es ist, Kristin: da hat er recht, der alte Priester. Und das weißt du auch.

  9. Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen # 8
    Goosey
    Ja, nun wird es mir auch klarer, was es mit dem Begriff "Schuld-iger/igen" auf sich hat..
    gut durchgedacht, Alice...

    Ich würde gern noch eine andere Frage stellen, deren Antwort ich nicht "gebacken" kriege,
    nicht so richtig jedenfalls---:

    Kristin ist so fleißig in allem , so verantwortungsvoll und unermüdlich...
    so schaut sie am Ende des Winters lächelnd und mit Stolz auf ihre Truhe voller
    wunderschöner Handarbeiten... und denkt dabei (ich sage es jetzt mal mit meinen Worten) : Das tue ich alles aus meiner großen Liebe zu Erlend---- aber:
    nun lese ich da den Satz:"... obwohl Erlend diese Liebe eigentlich nicht wollte..."

    welche wollte er denn dann?? Söhne hat er, Treue bekommt er, Fleiß bekommt er...

    kann mir das einer erklären???

  10. Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen # 9
    Alice
    Erklären nicht - höchstens vermuten.

    Ich denke, Erlend will eine schöne Frau. Eine mutige, selbstständige. Dass sie nebenbei auch noch eine sehr gute Hausfrau ist, entgeht ihm wahrscheinlich weitestgehend. (Du erinnerst dich ja, in welchem Zustand sein Hof war, als Kristin nach der Hochzeit dort ankam.)

    Kristin weiß schon, was Erlend zuallererst von seiner Frau erwartet. Aber sie selbst erwartet von sich selbst halt noch ein bisschen mehr.

    Und dass es eben auch Liebe ist, Haus und Besitz in Ordnung zu halten, na ja, vielleicht erkennt das mancher Mann nicht so... es sollte auch nicht unbedingt die einzige Art von Liebe in einer Ehe sein, sonst sieht es traurig aus.

    (ihr dürft mich schlachten, falls diese Meinung ganz und gar daneben ist - ich jedenfalls lese von Kristins Tüchtigkeit in Haushaltsdingen immer mit großer, etwas neidischer Ehrfurcht...)

  11. Sigrid Undset - Kristin Lavranstochter - Drittes Buch - Das Kreuz - Die Schuldigen # 10
    Gast40
    Erlend wollte sich ja eigentlich mit Kristin amüsieren. Auf Reisen gehn. Das ging nicht, da ja laufend Kinder kamen. Und Kristin hat von zu Hause aus gelernt, was es bedeutet, einen Hof zu führen. Sie weiß, was da alles zugehört. Erlend hat sich da nie einen Kopf drüber gemacht.

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