Taschenbuch: 221 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (22. Dezember 2008)
Sprache: Deutsch
Inhalt:
Dieser Roman schildert aufs Eindringlichste die schauerlichen Erlebnisse des Soldaten Paul Bäumer an der Westfront des Ersten Weltkrieges, wo sich Deutsche und Alliierte in einem grausamen Grabenkrieg gegenüberstanden. Aber eigentlich sind Schauplatz und Zeit bedeutungslos, beherrschend ist das sinnlose Töten und die zu reinem Menschenmaterial degradierten Soldaten, die schon lange den Glauben an den "
gerechten Krieg" aufgegeben haben. Hier ist kein Platz für klischeehaft mutige Helden, Verlierer sind sie letztlich alle, die da im Schlamm der Schützengräben liegen.
(
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Meine Meinung:
Viel hat man Remarque vorgeworfen, von Wehrdienstzersetzung, dem Verderben der Jugend und der Verunglimpfung deutschen Heldentums bis zur bewusst neutralen und unpolitischen Haltung. Die Geschichte von Paul Bäumer und seinen Schulkameraden, die (anders als Remarque selbst) von der Kriegsbegeisterung und übereifrigen Lehrern gepackt zunächst in einen Kasernenhof und dann an die Front beordert werden, berührt tief. Die lakonische Sprache, mit der Remarque die Gräuel des Krieges schildert, trägt nur umso mehr dazu bei, dass wir uns hineinversetzen in eine Situation, die nur noch von Todeskampf und Überlebenswillen geprägt ist.
Ich bin schon vor Beginn der Lektüre von mehreren Seiten gewarnt worden: Es sei schwer verdaulich, furchtbar, grauenerregend. Ja, das ist es. Aber das musste es sein. Sowohl für Remarque selbst und eine Generation, die sich in seinen Schilderungen mit all ihren Erinnerungen wiederfanden als auch für die authentische und wahrheitsgetreue Schilderung des Krieges an sich.
Man kann Remarque sicherlich den Vowurf machen, zu all den nach der Veröffentlichung 1928 entbrennenden Debatten und Diskussionen geschwiegen und sich politisch nicht positioniert zu haben. Man kann kritisieren, dass er seine Soldaten nicht über ihr eigenes Tun reflektieren lässt, das "führe in den Abgrund", denkt Bäumer und belässt es dabei.
Was man aber in keinem Falle bestreiten kann, ist, dass dieses Werk so eindrücklich ist, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Nicht etwa aus Sensationslüsternheit, sondern in dem Bewusstsein, hinzuschauen und zu verstehen, was Krieg bedeutet. Außerhalb des Geschichtsunterrichts. Mir hat es, trotz einiger Kritikpunkte an Remarques Umgang mit seinem Werk, sehr gut gefallen .. so man denn etwas Derartiges sagen kann, ohne zynisch zu klingen.