Klappentext:Rumänien in den achtziger Jahren: Eine Gruppe von Freunden leistet Widerstand gegen das Terror-Regime Ceausescus, sie schreiben oppositionelle Gedichte und dokumentieren die alltägliche Überwachung durch Securitate. Allmählich aber werden sie selbst Opfer der Verfolgung. Als drei von ihnen in den Westen ausreisen, geht dort der Terror weiter.
Meine Meinung: Auf dem Buchrücken des Romans steht "ein seltsames, ein wunderbares Buch." Und wenn man mich darum bitten würde, spontan zu formulieren, was mir zu diesem Roman einfällt, würde ich sagen " ein seltsames, ein wunderbares Buch". Herta Müller verleiht "Herztier" mit einer knappen, sparsamen und symbolbeladenen Sprache eine beeindruckende Atmosphäre. Der Erzählstil ist kühl, Einblicke in das Elend der Menschen werden nicht durch konkrete Beschreibungen von Gefühlszuständen der Protagonisten gegeben, sondern durch (faszinierende) kurze und treffende Sätze und - teilweise irgendwie eigentümlichen- Metaphern, die eine uneheimlich beklemmende Stimmung erzeugen. Wenngleich man nicht alle Metaphern zu verstehen vermag, entgeht einem keineswegs die Hoffnungslosigkeit, Resignation, das Ohnmachtsgefühl, die allgegenwärtige Angst und Verzweiflung - was nicht zuletzt durch das mannigfaltige Thematisieren von Tod und Krankheit (mysteriöse "Selbstmorde", Krebs, Wahnsinn...) getragen wird, etwas, das das Buch wie ein roter Faden durchzieht -.
Eine eindringliche Geschichte über das Leid in der totalitären Diktatur Ceausescus.