19.07.2008, 15:21
|
Jodie Picoult - Beim Leben meiner Schwester Beitrag #11 (permalink)
|
|
Romanheld
Registriert seit: 04.04.2007
Ort: Recklinghausen
Beiträge: 1.814
|
Hier auch mal meine Meinung
„ Als ich klein war, fragte ich mich nicht, wie Babys gemacht wurden, sondern warum.“
Der Einleitungssatz aus der Sicht von Anna Fitzgerald hat mich so neugierig gemacht, dass ich – obwohl ich eigentlich nur mal kurz reinlesen wollte – an dem Buch hängen geblieben bin. Ich habe es fast in einem Zug durchgelesen.
Es geht um Annas Lebensgeschichte. Anna wurde von ihren Eltern als Wunderkind genetisch gezeugt, weil ihre Schwester Kate mit zwei Jahren an Leukämie erkrankt. Eigentlich sollte Anna nur ihr Nabelschnurblut für Kate spenden, aber im Laufe der Jahre fordern die Eltern immer mehr Opfer von Anna. Sie verbringt manchmal lange Zeit im Krankenhaus, weil sie ihrer Schwester entweder Knochenmark oder eine Niere oder etwas anderes spenden soll. Sie kann ihr Leben nicht so leben, wie sie es gern möchte, weil Kate jederzeit wieder eine Spende von Anna benötigen könnte. Im Alter von 13 Jahren beschließt Anna, dass sie so nicht weitermachen möchte. Sie möchte nicht mehr als Ersatzteillager für ihre Schwester dienen. Also geht sie zum Anwalt Campbell Alexander und bittet ihn, ihre Rechte gegenüber ihren Eltern zu vertreten.
Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Familienmitglieder und auch aus Sicht des Anwalts und der Verfahrenspflegerin geschrieben. Diese Kombination hat es für mich erst interessant gemacht. Aus Annas Sicht sieht es so aus, als ob ihre Mutter nur ihre Schwester Kate liebt und alles dafür gibt, dass Kate überlebt. Aber es scheint alles ganz anders als es in Wahrheit ist.
Die Rückblicke zur Anfangszeit von Kates Krankheit helfen einem, die Hintergründe für so manches Handeln zu verstehen.
Auf meinem Exemplar steht „Tief bewegend und spannend wie ein Krimi“. Diese Beschreibung ist gar nicht so weit her geholt. Ich wollte eigentlich immer nur noch das Kapitel zu Ende lesen und konnte einfach nicht aufhören.
Das Buch war ein Lesevergnügen, wie ich es niemals erwartet hätte. Ich habe erwartet, dass die Eltern von Anna hart und rücksichtslos sind. Das war überhaupt nicht der Fall – im Gegenteil – sie haben sich verrückt gemacht und sich selbst dauernd gefragt, was das Richtige ist für beide Kinder.
|
|
|